Irans Geheimdienstagenten bedrohen Flüchtlinge und Unterstützer der MEK (Volksmojahedin) im Iran und im Ausland
Irans Geheimdienstagenten bedrohen Flüchtlinge und Unterstützer der MEK (Volksmojahedin) im Iran und im Ausland
Nach den aufeinanderfolgenden und großen Demonstrationen und Kundgebungen von Iranern im Ausland zur Unterstützung des Widerstands – darunter die Demonstration am 7. Februar 2025 in Paris, am 7. März 2025 in Washington, am 20. Juni in Berlin und Stockholm, am 6. September in Brüssel, am 23. und 24. September in New York sowie der Kongress junger Unterstützer der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) am 25. Oktober 2025 – und angesichts der Unterstützung durch Tausende von Parlamentariern und prominente internationale Persönlichkeiten für den Widerstand, hat das Geheimdienstministeium des Mullah-Regimes (MOIS) seine Drohungen und Einschüchterungen gegen Asylsuchende und Unterstützer der MEK im Ausland sowie gegen deren Familien im Iran verstärkt.
Zudem hat es die Aktivitäten seiner Cyber-Schergen zur Informationsbeschaffung und Spionage gegen Unterstützer der MEK intensiviert. Beispiele dieser verzweifelten Bemühungen sind wie folgt:
1-Im September 2025 versuchte das MOIS durch das Versenden einer Nachricht über verschiedene Kanäle, darunter Telegram, an viele MEK-Unterstützer – insbesondere in den USA und Kanada – diese von der Teilnahme an der Demonstration vor den Vereinten Nationen gegen die Anwesenheit des Präsidenten des Regimes abzuhalten.
Die Nachricht lautete:
„Warnung: Sie wurden als Mitglied der terroristischen Organisation Monafeqin (‚Heuchler‘ die negative Bezeichnung des iranischen Regimes für die Volksmojahedin Iran – MEK) identifiziert. Im Falle einer Teilnahme an der Versammlung am 24. September unterliegen Sie einer internationalen Strafverfolgung wegen (Anstiftung und Förderung des Terrorismus). Dieses Verbrechen unterliegt den in Artikel 2 des Internationalen Übereinkommens zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung, Artikel 5 der Konvention des Europarates zur Verhütung des Terrorismus, Absatz der Resolution 1373 des UN-Sicherheitsrats, den Artikeln 3, 5 und 14 des iranischen Gesetzes zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung, Artikel 4 des Gesetzes zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität sowie den Artikeln 500, 510 und 512 des Strafgesetzbuchs (Taʿzirat) vorgesehenen Strafen. Diese Strafen beinhalten Haft der Kategorie 3 Taʿziri (mehr als 10 Jahre) sowie Einfrieren und Beschlagnahme des Vermögens des Täters. Falls diese Nachricht irrtümlich an Sie gesendet wurde oder Sie Ihre Vergangenheit bereuen, informieren Sie bitte die ID @counterterrorism_info. Andernfalls tragen Sie persönlich die rechtliche Verantwortung für das oben Genannte.
Hauptquartier zur internationalen Terrorismusbekämpfung.“
2-Im August 2025 erstellte die Cyberabteilung des Ministeriums für Nachrichtendienst ein gefälschtes Konto unter dem Namen „Issa“ mit dem Ziel der Spionage und Informationsbeschaffung und sandte folgende Nachricht an einige Unterstützer:
„Ich muss meine lieben Ashraf-verbundenen Freunde daran erinnern: Ich habe keine Benutzerkonten auf WhatsApp, Telegram usw. mit meinem eigenen Bild, und in der Regel haben die Konten der verantwortlichen Brüder der Organisation keine Fotos. Trotz wiederholter Warnungen – persönlich oder anderweitig – achten leider einige Freunde nicht auf die Hinweise und werden getäuscht, daher muss ich es wiederholen: Bitte melden Sie jeden verdächtigen Fall oder Missbrauch meines Namens (Issa) sofort. Bitte bestätigen Sie hier, dass Sie diese Nachricht und Warnung erhalten haben. Danke an jeden Einzelnen von euch, liebe Freunde.“
3- Im September sandte die Cyberabteilung des Regimes eine ähnliche Nachricht über ein anderes WhatsApp-Konto mit dem Namen „Issa“ an eine Gruppe von Unterstützern, mit demselben Inhalt und abschließend:
„Danke an jeden Einzelnen von euch, liebe Freunde. Issa.“
4-In einem weiteren Konto unter dem Namen „Issa“ verfasste die Cyberabteilung des Regimes einen fingierten Dialog:
„Hallo, lieber und geschätzter Freund, ich hoffe, es geht dir gut. Wenn du Zeit hast, würde ich gerne deine Meinung zum quantitativen und qualitativen Status der Monarchisten in der jüngsten Revolution und Erhebung hören. Wie siehst du ihr Gewicht im In- und Ausland, insbesondere ihre Versammlungen in Amerika und Europa, und ihre Geschlossenheit?“
Die Antwort:
„Was soll ich schreiben? Ich war Unterstützer der MEK seit meinem 21. Lebensjahr, dann Kurdistan und die Region, jetzt Dänemark. Verflucht seien der Schah und der Scheich. Ich sehe ihre Versammlungen genauso wie du – sie sind klarerweise Feinde der MEK, nicht der Mullahs.“
5- Nach der Jugendversammlung am 25. Oktober sandte die Cyberabteilung des Regimes mehrere Nachrichten über gefälschte Konten mit den Namen und Fotos von MEK-Verantwortlichen an Unterstützer, um Vertrauen zu gewinnen und in weiteren Schritten Informationen zu sammeln.
Ein Beispiel: Eine gefälschte Nachricht mit dem Foto von Mehdi Abrishamchi an einige MEK-Unterstützer:
„Grüße an dich, mein lieber Sohn Soroush. Deine Worte unter den MEK-Jugendlichen haben mein Herz mit Freude erfüllt und Tränen in meine Augen gebracht. Ich danke Gott, dass aus der reinen Generation Hanifs eine Generation hervorgegangen ist, die das Banner der Freiheit trägt. Ich verneige mich in Respekt und überbringe dir die besten Grüße der alten Generation der MEK. Trotz meiner 78 Jahre erkläre ich mit Stolz und Ehre an der Seite eurer jungen Avantgarde: Bereit, bereit, bereit!“
6- Nach der Jugendversammlung am 25. Oktober 2025 sandte das Geheimdienstministerium MOIS Drohnachrichten an einige Teilnehmer und Redner. Eine davon lautete:
„Ist es nicht schade um dieses Gesicht? Du scheinst sehr dumm zu sein, suchst du dir etwa Partisanenfreunde? Besonders unter den Monafeqin, (im Sinne von ‚Heuchler‘ – ein vom Regime verwendeter, abwertender Ausdruck zur Herabsetzung der Volksmojahedin (MEK)( die alle Windeln tragen müssen. Sei sehr vorsichtig, wenn du das Haus verlässt – die Gefahr ist nah.“
7- In zahlreichen Fällen haben Verhörbeamte und Folterer des MOIS in Teheran und anderen Städten die Familien von Unterstützern im Ausland aufgesucht und mit den Worten bedroht:
„Wir kennen die Adresse deines Sohnes oder deiner Tochter im Ausland. Wenn sie nicht mit uns kooperieren oder zumindest aufhören, die MEK zu unterstützen oder an deren Aktivitäten teilzunehmen, werden wir ihnen eine Lektion erteilen, die sie nie vergessen. Wir sind überall; wohin sie auch gehen, wir sind ihnen auf den Fersen – und wir können mit ihnen machen, was wir wollen.“
8-Im Oktober 2025 besuchten Agenten des Ministeriums in Teheran das Elternhaus eines iranischen Asylsuchenden in Deutschland und sagten der Familie:
„Sagen Sie Ihrem Sohn, er solle mit uns (dem Ministerium) zusammenarbeiten und Informationen über die MEK geben oder sich zumindest zurückziehen. Andernfalls haben Sie selbst die Konsequenzen zu tragen.“
9-Im Oktober 2025 wurde die Schwester eines iranischen Asylsuchenden in Deutschland in Teheran vorgeladen und gewarnt:
„Ihr Bruder arbeitet mit der MEK. Wenn er diese Beziehung fortsetzt, wird das für Sie schlimme Folgen haben. Sie und Ihre Familie werden nirgendwo mehr eingestellt. Wir wollen nicht, dass Ihr Bruder in den Iran zurückkehrt, aber er darf nicht mit der MEK zusammenarbeiten.“
10-Im Sommer 2025 setzten das MOIS und die „Nejat-Vereinigung“ die Familie eines iranischen Asylsuchenden in Belgien unter Druck, damit dieser mit einem MOIS-Offizier telefoniert. Der Asylsuchende verweigerte das Gespräch und erklärte:
„Ich habe dem Ministerium für Nachrichtendienst und dem Regime der Mullahs nichts zu sagen.“
11-Im August 2025 besuchten MOIS-Agenten in der südiranischen Stadt Kerman das Haus der Familie einer iranischen Asylsuchenden und sagten:
„Übermitteln Sie Ihrer Tochter: Sie muss die Zusammenarbeit mit der MEK einstellen.“
Die Familie antwortete:
„Unsere Tochter ist unabhängig, sie hört auf niemanden, und wir können sie von ihrem Weg nicht abbringen.“
12-Ein iranischer Asylsuchender in Deutschland wurde über WhatsApp vom MOIS kontaktiert:
„Wir wissen, dass Sie im Flüchtlingslager mit der MEK in Kontakt kamen und an deren Veranstaltungen teilnehmen. Arbeiten Sie mit uns zusammen – gehen Sie zu ihren Veranstaltungen, aber informieren Sie uns, wer dort ist, wie viele Leute teilnehmen und was sie tun.“
13-Nach der Demonstration in Brüssel im September 2025 besuchten Agenten des Nachrichtendienstes in der Provinz Fars die Familie eines Unterstützers, zeigten Fotos von ihm bei der Demonstration und forderten, ihn von weiterer Aktivität abzuhalten – was die Familie entschieden ablehnte.
14-Im August 2025 besuchten MOIS-Mitarbeiter in Teheran die Familie eines in Belgien lebenden Unterstützers und drohte:
„Wenn Ihr Sohn und seine Frau ihre Aktivitäten zugunsten der MEK fortsetzen, werden wir Sie verantwortlich machen, und es wird unangenehme Folgen für Sie geben.“
15-Im Frühjahr 2025 wandte sich das MOIS an die Schwester eines in Belgien lebenden MEK-Unterstützers und forderte sie auf, ihrem Bruder zu sagen, er solle nicht an MEK-Veranstaltungen teilnehmen.
16-Ebenfalls im Frühjahr 2025 kontaktierte das Ministerium einen MEK-Unterstützer in Deutschland über WhatsApp und versuchte, ihn durch Drohungen und Druck zur Zusammenarbeit zu zwingen. Er solle weiterhin mit der MEK in Verbindung bleiben und heimlich Informationen an das Ministerium weitergeben – was der Unterstützer entschieden ablehnte.
17-Im Mai 2025 wurde die Tochter eines iranischen Flüchtlings vom MOIS vorgeladen und bedroht:
„Ihr Vater, der mit der MEK arbeitet, wird zum Tode verurteilt, wenn er die MEK nicht verlässt oder uns ihre Informationen gibt. Wir kennen seine Adresse und Bewegungen und werden ihn treffen.“
18-Im Mai 2025 verhaftete das MOIS in der südiranischen Provinzhauptstadt Ahvaz den Sohn einer in Deutschland lebenden Unterstützerfamilie, verhörte ihn und bot ihm finanzielle und berufliche Vorteile an, falls er seine Mutter zur Rückkehr in den Iran bewege. Wenn nicht, würden sie „mit ihm und seinen Eltern in Deutschland abrechnen“.
19-In Teheran verhaftete das MOIS drei Familienmitglieder eines Unterstützers kurz nach dessen Teilnahme an der Demonstration am 7. Februar in Paris. Sie sollten den Bruder zwingen, mit MOIS zu kooperieren. Die Vernehmer drohten:
„Wir haben Informationen über alle Bewegungen Ihres Bruders – Sie werden plötzlich sehen, dass er in einem schrecklichen Unfall ums Leben gekommen ist.“
20-Das MOIS hat versucht, eigene Söldner unter dem Vorwand von Asylbewerbern ins Ausland einzuschleusen, um Flüchtlinge auszuspionieren. Parallel dazu versucht es, Übersetzer und Anwälte im Bereich Migration und Asyl anzuwerben, um Informationen über Asylsuchende zu erhalten, und verbreitet die Lüge, dass politische Aktivitäten gegen das Regime und zugunsten der MEK ihren Asylstatus gefährden würden. Einige dieser Personen wurden identifiziert und den zuständigen Behörden gemeldet.
Der Tagesspiegel zitierte am 5. November 2025 die Vertretung des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI):
„Mitglieder der Exilopposition in Deutschland erhalten Drohanrufe oder Textnachrichten per SMS oder WhatsApp... Angehörige von in Deutschland lebenden Oppositionellen werden in das Teheraner Geheimdienstministerium vorgeladen und dort verhört.“
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) teilte dem Tagesspiegel dazu mit:
„Das Hinweisaufkommen ist in den letzten Jahren gestiegen und befindet sich aktuell auf einem konstant hohen Niveau. Die Bekämpfung oppositioneller Gruppierungen und Einzelpersonen im In- und Ausland bildet einen Schwerpunkt iranischer nachrichtendienstlicher Aktivitäten. Für die Machthaber Irans gelten solche Gruppierungen als Gefährdung für den Fortbestand ihrer Herrschaft.“
Das Amt fügte hinzu, man müsse vielmehr damit rechnen, dass das Regime über seine Agenten „weiterhin mit allen Mitteln – auch durch Gewalttaten und sogar Tötungen“ gegen seine Gegner in Deutschland vorgehe.
Der Sicherheits- und Antiterrorismusausschuss des Nationalen Widerstandsrats Iran ruft alle Asylsuchenden und Iraner im Ausland zur Wachsamkeit gegenüber den Machenschaften des Geheimdienstministerium MOIS auf und betont:
Der einzige Weg, den Druck auf die Familien im Iran zu verringern, ist eine entschlossene Antwort der Asylsuchenden und die öffentliche Aufdeckung dieser Einschüchterungen über soziale Medien oder andere Kanäle. Wenn das Regime erkennt, dass seine Drohungen keine Wirkung zeigen, wird es gezwungen sein, die Familien in Ruhe zu lassen.
Der NWRI-Ausschuss ruft alle iranischen Flüchtlinge und Asylsuchenden auf, die Spione und Handlanger des MOIS im Ausland, die an Drohungen und Einschüchterungen unserer Landsleute beteiligt sind, zu entlarven, die Polizei und die zuständigen Behörden zu informieren und gegebenenfalls Strafanzeige zu erstatten.
Der Ausschuss fordert die zuständigen Regierungen – insbesondere die europäischen – auf, die Spione und Agenten des MOIS, der Quds-Terrortruppe (der Revolutionsgarde) und anderer offizieller und inoffizieller Organe der herrschenden religiösen Diktatur im Iran festzunehmen, strafrechtlich zu verfolgen und auszuweisen.
Nationaler Widerstandsrat Iran
Sicherheits- und Antiterrorismusausschuss
10. November 2025