Die Iran-Krise hat eine Lösung
Die meisten Iraner haben genug von der Diktatur – Straßenszene in Teheran am 9. Juni 2026 / picture alliance / Xinhua News Agency | Sha Dati
Welche Verantwortung trägt Europa?
Die Iran-Krise hat eine Lösung
Die Debatte über die Straße von Hormus greift zu kurz: Das Problem ist das iranische Regime selbst. Weder Verhandlungen noch militärische Interventionen haben zu einer Lösung geführt. Den Wandel müssen die Iraner selbst herbeiführen. Mit einer neuen Iran-Politik kann Europa dabei helfen.
GASTBEITRAG VON CARSTEN MÜLLER UND PATRICK HETZEL am 10. Juni 2026
Das iranische Regime hält nicht nur das eigene Volk und die Freiheit im Land in Geiselhaft, sondern mit der Blockade der Straße von Hormus auch Teile der Weltwirtschaft und Europas Sicherheit. Doch das Problem ist größer als das Thema dieser Meerenge. Das eigentliche Problem ist ein Regime, dessen Überleben auf innerer Repression, Terrorismus, Geiselnahmen und regionaler Destabilisierung beruht.
Teheran unterliegt dabei einem strategischen Irrtum. Die Führung glaubt, weil sie den Krieg überstanden habe, sei sie stärker geworden und könne die aktuelle Krise, die Drohung mit der Sperrung der Straße von Hormus und das Kriegsklima nutzen, um dem Westen und den Staaten der Region ihre Bedingungen aufzuzwingen. Doch echte Stärke ist etwas anderes als Machtdemonstration. Ein Regime, das seine Gesellschaft in Armut, Wirtschaftskrise und Unterdrückung gestürzt hat, kann keine stabile Regionalmacht werden.
Europa hat jedes Recht, sich um die Freiheit der Schifffahrt in Hormus zu sorgen. Auch Ursula von der Leyen betonte, jedes Abkommen müsse zur Deeskalation beitragen und die freie Schifffahrt garantieren. Tatsache ist jedoch: Solange dieses Regime existiert, bleiben die nukleare Bedrohung, regionale Instabilität und Terrorismus bestehen.
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Carsten Müller (CDU) ist amtierender Vorsitzender des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages.
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Patrick Hetzel ist ehemaliger französischer Minister für Hochschulwesen und Forschung, Abgeordneter der Nationalversammlung und Mitglied des Parlamentarischen Komitees für einen Demokratischen Iran (CPID).